30. Mai 2014
von schoenthal

Die Papierarbeiten von Ursula von Rydingsvard sind sehr fragil. Sie sind gemacht aus handgeschöpfter Papiermasse. Auf den nassen Zellulosebrei schichtet die Künstlerin geknotete Fäden, ausgeschnittene Spitzen und andere Textilien und verklebt sie mit weiterer Papiermasse, welche sie auf das Blatt tröpfeln lässt. Sie benutzt dabei Leinen und Baumwolle und, sparsam und mit Voraussicht platziert, schwarzes Pigment.

Dieses Arrangement legt sie danach in die Presse, wo die Kräfte grossen Drucks auf den weichen Brei wirken und für die nun sichtbaren explosiven schwarzen Formationen sorgen, die im Blattweiss auslaufen.

Die Arbeiten sind von 2012, 2013 oder gerade in den letzten Wochen und für diese Ausstellung entstanden. Es sind Unikate – das heisst Einzelstücke: es gibt keine Wiederholungen oder Auflagen. Auch wenn sie vielleicht wie Druckgrafik oder Zeichnungen aussehen, könnte man sagen, sie sind eher die Arbeit einer „Bildhauerin“, zwar flach hinter Glas, aber von Hand aus dem Material heraus gestaltet.